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Neues Sonnenkaftwerk auf einem Dach in der Normannenstraße

BürgerEnergie Solingen (BESG) produziert auf einem weiteren Wohnhaus des Spar- und Bauvereins (SBV) Strom für Solingen.

Die Zusammenarbeit der beiden Solinger Genossenschaften - die eine zuständig für Energie, die andere fürs Wohnen - hat ein weiteres Projekt erfolgreich realisiert.
Das neue Sonnenkraftwerk an der Normannenstraße in Gräfrath ist seit 29. März am Netz und kann reinen Grünstromstrom für etwa 12 bis 16 Solinger Haushalte produzieren. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Solinger Strommix ist damit geschafft.

Die Bürgerenergiegenossenschaft hat das Sonnenkraftwerk vollständig aus den Einlagen ihrer 246 Mitglieder finanziert, der Spar- und Bauverein hat die Dächer zur Verfügung gestellt. Dabei konnten die im Zuge der laufenden Sanierungen errichteten Gerüste benutzt werden - ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Sonnenkraftwerks.

Energiewendestammtisch der BürgerEnergie Solingen

Kosteneffizienter Klimaschutz durch freiwillige CO2-Zertifikate?
Reines ökologisches Gewissen für Unternehmen und Bürgerinnen ?

darum geht es bei unserem Energiewendestammtisch
am 25. März, um 19Uhr
im Mehrgenerationenhaus,
Mercimek-Platz 1, 42651 Solingen

Freiwillige CO2-Zertifikate bieten für Unternehmen und BürgerInnen die Möglichkeit, weltweit Klimaschutzprojekte zu finanzieren. Das Versprechen dieser Zertifikate liegt darin, dass anfallende CO2-Emissionen in der Produktion oder im privaten Haushalt, besonders aber auch bei Flugreisen kostengünstig durch emissionsreduzierende Entwicklungsprojekte u.a. in Schwellenländern kompensiert werden können.
Unser Referent Herbert Kremer, Partner des Unternehmens Fokus Zukunft GmbH stellt dieses detailliertGeschäftsmodell vor, zeigt gute Beispiele auf und diskutiert Möglichkeiten und Grenzen dieses Modells mit den Besucherinnen und Besuchern.

Jede und jeder ist herzlich willkommen! Gerne auch zum Mitdiskutieren und kritisch Nachfragen!
Ralf Schüle

Glückwünsche von Tim Kurzbach zum 5. Geburtstag der BESG eG

Liebe Freundinnen und Freunde der Bürgerenergiegenossenschaft.,

was wäre, wenn es die Formel gäbe, die Welt zu retten? Und jeder von uns dazu beitragen könnte? Die Frage, was wir tun könnten, um den globalen ökologischen Kollaps zu stoppen, stellte vor drei Jahren der Kinofilm "Tomorrow" und dokumentierte originelle Lösungen aus vielen Ländern. Auch euer - unser - Solinger Projekt, die BürgerEnergie Genossenschaft, hätte in diesem erfolgreichen Film eine Hauptrolle spielen können: 244 Mitglieder in nur fünf Jahren gewonnen, sechs Sonnenkraftwerke realisiert, ökologischer und fairer Strom für bis zu 90 Haushalte, jährliche CO2-Ersparnis über 130 Tonnen.
Euer Erfolg macht Mut: Alles beginnt klein und wird am Ende doch groß.
Herzlichen Glückwunsch an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Macht weiter so! Euer Erfolg ist unser aller Gewinn!

Herzliche Grüße

Tim Kurzbach
Oberbürgermeister

Oft vergessene Säule der Energiewende - Energieeffizienz von Haushalts- und IT-Geräten

Etwa 25% des deutschen Stromverbrauchs entfällt gegenwärtig auf den Haushaltsbereich. Hier zählen all die kleinen Stromverbräuche der etwa 50 Geräte, die jeder Haushalt im Schnitt besitzt.

„Es ist in den letzten Jahren gerade auf europäischer Ebene so viel passiert, die Energieeffizienz im Gerätemarkt zu steigern“, so Ralf Schüle, ein Aufsichtsratsmitglied der BESG eG, „aber der Trend zu immer größeren und mehr Geräten führt dazu, dass ein sog. Rebound-Effekt einsetzt, also die erzielten Einsparungen durch zusätzliche Stromverbräuche aufgefressen werden.“ Folglich ist der Stromverbrauch im Haushalt in den letzten Jahren kaum gesunken.

Gerade die sog. Ökoeffizienz-Richtlinie der EU hat seit 2005 zu immer besseren Energiestandards von Neugeräten geführt, so z.B. für Waschmaschinen, Fernsehgeräte, Leuchten, PCs etc. Durch die Richtlinie werden etwa 30 Produktgruppen erfasst, in denen in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren die energetischen Verbrauchsstandards von Neugeräten immer weiter verbessert werden. Ergänzt wird die Richtlinie durch das sog. Energielabelling, durch das Konsumentinnen und Konsumenten erkennen können, wie hoch der Energieverbrauch des jeweiligen Gerätes ist. Der Erfolg ist sichtbar: Bei Kühlschränken zeigt sich beispielsweise, dass über 60% der Neugeräte mittlerweile mindestens einen Standard von A++ oder A+++ aufweisen.
Doch auch wenn es gelingt, den Stromverbrauch im eigenen Haushalt durch Steckerleisten, Käufe energiesparender Geräte oder energiesparendes Verhalten merklich zu senken, ist das Internet ein Quell wachsender Verbräuche: „Zwar erzeugt eine Google -Anfrage im Netz nur 200mg CO2 durch die bereitgestellte Serverleistung“, so Schüle, wenn jedoch alle Anfragen in einer Stunde weltweit gezählt werden, dann entspricht die anfallende Emissionsmenge der eines Autos mit einer Fahrleistung von ca. 12.000km.“ So bleibt von der Veranstaltung und der anregenden Diskussion der etwa 30 Teilnehmenden ein eher zwiespältiges Bild: Zum einen können wir durch Produktregelungen und energiebewusstem Verhalten deutliche Erfolge vorweisen, der Reboudeffekt und die steigenden Energieverbräuche im Bereich Information und Kommunikation konterkarieren diese jedoch bisher.

Der nächste Stammtisch findet am 25. März wieder im Mehrgenerationenhaus statt.

Ralf Schüle

Linkliste
https://wupperinst.org/fa/redaktion/downloads/news/WI-Klimaschutz-Links.pdf

Footprint-Rechner
http://uba.co2-rechner.de/de_DE (CO2)
https://www.fussabdruck.de/ (Resourcen

Zwischen Solarkraftwerken, Big Business und Guerilla PV

Die BürgerEnergie Solingen hält ihre offene Mitgliederversammlung im Integrationszentrum ab

In den letzten vier Jahren hat die Energiegenossenschaft sechs größere Photovoltaik-Anlagen zumeist auf öffentlichen Gebäuden installiert. Mit einer Leistung von insgesamt 227 Megawattstunden können die Anlagen rechnerisch 60-70 Haushalte mit bestem Grünstrom versorgen.
Die Mitgliederversammlung bot eine gute Gelegenheit,für das Jahr 2018 ein erstes Resumée zu ziehen und einige inhaltliche Impulse zu setzen. „Mit 233 Mitgliedern und einem Investitionsvolumen von 248.000 Euro trägt die BESG in Solingen zu deutlichen CO2-Minderungen in unserer Stadt bei“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Berg. Er in Vertretung des erkrankten Vorstandmitglieds Ingeborg Friege von den aktuellen Entwicklungen in der Genossenschaft. Berg betonte, dass die BESG weiterhin auf der Suche sowohl nach geeigneten Dachflächen für die Installation von PV Anlagen in der Stadt ist als auch nach interessierten Mitgliedern.
Neben den eigenen Anlagen in Solingen beteiligt sich die BESG zusammen mit den Solinger Stadtwerken an größeren Wind- und Solarparks. Über deren Umsetzungsstand berichtete Frederic Schacht von den Stadtwerken Solingen. „Erste Ausschüttungen der bereits getätigten Investitionen werden voraussichtlich bereits ab Ende 2018 erfolgen“, so Schacht. „Neben den erzielten Emissionsminderungen tragen diese Investitionen daher perspektivisch auch zur Wertschöpfung in der Region bei. Aber der gegenwärtige Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) erschwere gegenwärtig langfristige Investitionen“, so Schacht.

Den Abschluss des facettenreichen und mit etwa 40 Personen gut besuchten Abends bildete Alexander Knebel vom Kölner Unternehmen Infinitum, das kleine steckerfertige Photovoltaik-Balkonanlagen vertreibt. Guerilla PV heißt der neue Trend, durch den auch Mieter auf ihren Balkonen und Eigenheimbesitzer z.B. auf ihren Carports oder Terrassen eigene Anlagen einfach installieren können. Das große Interesse der Zuhörerschaft an diesen Mini-PV Anlagen zeigte sich auch in den vielen Nachfragen. Die BESG wird also in den kommenden Wochen versuchen, interessierten Mitgliedern ein Angebot zu unterbreiten, in dem mögliche Handwerkerleistungen und Genehmigungen bereits enthalten sind.

So zeigte der Abend ein breites Spektrum der Aktivitäten der BESG. Mit ihren Investitionen und Energiewendestammtischen ist diese ein wichtiger klimapolitischer Akteur in der Stadt Solingen.

Ralf Schüle

Drei-Zimmer-Küche-Solar 

Wilhelm Schröder von der Energieagentur NRW referiert über Mieterstromprojekte in NRW auf dem Energiewendestammtisch der BürgerEnergie Solingen am 29.10.2018 im Mehrgenerationenhaus

„Mieterstrom" heißt das magische Wort, das auch Mieterinnen und Mietern den Zugang zu Erneuerbaren Energien ermöglicht.
Die Idee ist dabei sehr einfach: Ein Investor installiert eine Photovoltaikanlage auf einem Mietshaus, dessen Mieter beziehen mit einem zehn prozentigen Abschlag vom Regelstromtarif direkt den ökologischen Strom. "Der Teufel steckt allerdings in der Vielzahl an Schritten, die zu gehen sind", so Wilhelm Schröder in seinem Vortrag, den er auf dem Energiewendestammtisch der Bürgerenergie Solingen am 29. Oktober im Mehrgenerationenhaus hielt.
Zum einen besteht das Problem, ein geeignetes Objekt zu finden, auf das eine PV-Anlage installiert werden kann. Die Dachfläche muss passen wie auch die technische Ausstattung, die von der elektrischen Installation her ein solches Modell ermöglichen muss.
Zum anderen müssen eine kritische Menge von Mietern gefunden werden, die bereit sind, mit dem Anbieter direkt einen Vertrag zum Strombezug im Rahmen eines solchen Modells abzuschließen. Die Verbindlichkeit ist für den Investor allerdings sehr gering, kann doch nach einem Jahr der Vertrag wieder aufgelöst werden. So wundert es nicht, dass seit Einführung des Mieterstrommodells vor einem Jahr bisher nur wenige Projekte im bestand umgesetzt worden sind. “Von den über 
220 bisherigen Mieterstromprojekten in Deutschland wird der überwiegende Teil im Neubaubereich umgesetzt“, so Schröder. Dabei erweisen sich die lokalen Stadtwerke als die Schlüsselakteure, solche Pilotprojekte umzusetzen.  
„Im Neubaubereich sind die Rahmenbedingungen für Mieterstrommodelle auch deswegen leichter, weil mit dem Umzug ohnehin der Abschluss eines neuen Stromvertrages ansteht“, so Markus Schäfer, der im Rahmen einer Masterarbeit  an der Universität Duisburg-Essen sieben Mieterstromprojekte in NRW systematisch auswertete. „Wenn ein Bauträger ein lukratives Mieterstromangebot für neue Eigentümer und Mieter unterbreitet, ist die Schwelle zum Vertragsabschluss nur sehr gering“, so Schäfer.
Die bisherigen Rahmenbedingungen erschweren es allerdings, dass derartige Projekte auch im Bestand stärker umgesetzt werden. „Leider sind die die Anreize bisher noch zu gering", so Schröder nach einer spannenden Diskussion mit dem Publikum. So droht, dass das schöne Modell ein Nischenprodukt bleiben wird. 

Drei neue Solarkraftwerke in diesem Sommer!

Seit ein paar Tagen haben wir nun auch unsere beiden jüngsten - und damit jetzt sechs - Photovoltaikanlagen am Netz.

Es handelt sich
um ein Sonnenkraftwerk mit 28,16kW Nennleistung auf dem Dach der Kantine des Verwaltungsgebäudes in der Bonnerstraße 100 - die fünfte auf einem kommunalen Dach -
und um eine erste, in Kooperation mit dem Spar- und Bauverein eG errichtete Anlage auf einem Gebäude in der Normannenstraße 26-28. Diese hat eine Nennleistung von 20,5 kW.

Wie bisher wurden auch diese beiden Solarkraftwerke komplett ohne Fremdmittel finanziert.

Gemeinsam mit der Nennleistung von 43,5 kW der Anlage auf der Ende August angeschlossenen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule Weyer haben wir damit in diesem Sommer gut 92 kW an das Solinger Netz gebracht.
Herzlichen Dank an alle Mitglieder, mit deren Geld wir auch diese drei neuen Projekte realisieren konnten!

Energiewendestammtisch in Solingen am 27. August 2018

"Das Wasser bahnt sich seinen Weg“

Der Architekt Andreas Nordhoff berichtet am 27. August 2018 auf dem Energiewendestammtisch der BESG über technische Anforderungen an Passivhäuser

In einem Passsivhaus ist der Umgang mit der Raumfeuchtigkeit ein zentrales Thema. "Kondensiert die Feuchtigkeit an der Verbindung von Dämmung und Mauer z.B. durch eine unsachgemäße Verarbeitung, droht der Schimmel“, so der Architekt Andreas Nordhoff vom Kölner Institut für
Bauen und Nachhaltigkeit.
Die Kunst besteht darin, ein solches Haus luftdicht zu halten und gleichzeitig den Weg der Feuchtigkeit durch die Wand nach außen nicht zu behindern.
Auf dem Energiewendestammtisch der BürgerEnergie Solingen eG berichtete der erfahrene Architekt humorvoll über Anforderungen an Passivhäuser - und über entsprechende Fallstricke, die einen solchen komplizierten Bau unnötig teuer werden lassen.

Der Energiebedarf von Passivhäuser liegt bei nur noch 15 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter – das entspricht 15 Liter Heizöl pro Quadratmeter.
Dabei sind Passivhäuser kaum teurer als andere Neubauten: „Zwischen Null und 15 Prozent liegt mittlerweile der Preisunterschied im Vergleich zum herkömmlichen Neubau“, so Nordhoff,
der selber eine Vielzahl Gewerble - und Verwaltungsneubauten mit Passsivhausstandard in Deutschland realisiert hat. „Wenn allerdings Materialien und Qualität der Verarbeitung nicht stimmen, dann kann der Passivhausstandard oft nicht erreicht werden".

Mögliche Fallstricke gibt es viele. Sie reichen von unsachgemäß isolierten Wärmebrücken und Leitungen über schlecht dimensionierte Lüftungsanlagen bis hin zu Fenstern mit geringem Qualitätsstandard.
"Planung und Realisierung eines solchen Gebäudetyps setzt einen hohen Kenntnisstand der umsetzenden Architekten voraus“, so Nordhoff, der seit Jahren auch Fortbildungen für Architekten und Planer durchführt.

Von den Qualitätsstandards der Passivhäuser profitieren zunehmend auch
die Bauten im Bestand. Es erweist sich als sinnvoll, einzelne Bauteile und Komponenten
von Passivhäusern auch in der Modernisierung von Altbauten zu verwenden.
Denn: Auch in einem anspruchsvoll gedämmten Gebäude muss die
Feuchtigkeit aus dem Hause transportiert werden.

… Der nächste Energiewendestammtisch findet im Mehrgenerationenhaus am
29. Oktober um 19. Uhr zum Thema Mieterstrom statt.

Ralf Schüle

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