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Wilhelm Schröder von der Energieagentur NRW referiert über Mieterstromprojekte in NRW auf dem Energiewendestammtisch der BürgerEnergie Solingen am 29.10.2018 im Mehrgenerationenhaus

„Mieterstrom" heißt das magische Wort, das auch Mieterinnen und Mietern den Zugang zu Erneuerbaren Energien ermöglicht.
Die Idee ist dabei sehr einfach: Ein Investor installiert eine Photovoltaikanlage auf einem Mietshaus, dessen Mieter beziehen mit einem zehn prozentigen Abschlag vom Regelstromtarif direkt den ökologischen Strom. "Der Teufel steckt allerdings in der Vielzahl an Schritten, die zu gehen sind", so Wilhelm Schröder in seinem Vortrag, den er auf dem Energiewendestammtisch der Bürgerenergie Solingen am 29. Oktober im Mehrgenerationenhaus hielt.
Zum einen besteht das Problem, ein geeignetes Objekt zu finden, auf das eine PV-Anlage installiert werden kann. Die Dachfläche muss passen wie auch die technische Ausstattung, die von der elektrischen Installation her ein solches Modell ermöglichen muss.
Zum anderen müssen eine kritische Menge von Mietern gefunden werden, die bereit sind, mit dem Anbieter direkt einen Vertrag zum Strombezug im Rahmen eines solchen Modells abzuschließen. Die Verbindlichkeit ist für den Investor allerdings sehr gering, kann doch nach einem Jahr der Vertrag wieder aufgelöst werden. So wundert es nicht, dass seit Einführung des Mieterstrommodells vor einem Jahr bisher nur wenige Projekte im bestand umgesetzt worden sind. “Von den über 
220 bisherigen Mieterstromprojekten in Deutschland wird der überwiegende Teil im Neubaubereich umgesetzt“, so Schröder. Dabei erweisen sich die lokalen Stadtwerke als die Schlüsselakteure, solche Pilotprojekte umzusetzen.  
„Im Neubaubereich sind die Rahmenbedingungen für Mieterstrommodelle auch deswegen leichter, weil mit dem Umzug ohnehin der Abschluss eines neuen Stromvertrages ansteht“, so Markus Schäfer, der im Rahmen einer Masterarbeit  an der Universität Duisburg-Essen sieben Mieterstromprojekte in NRW systematisch auswertete. „Wenn ein Bauträger ein lukratives Mieterstromangebot für neue Eigentümer und Mieter unterbreitet, ist die Schwelle zum Vertragsabschluss nur sehr gering“, so Schäfer.
Die bisherigen Rahmenbedingungen erschweren es allerdings, dass derartige Projekte auch im Bestand stärker umgesetzt werden. „Leider sind die die Anreize bisher noch zu gering", so Schröder nach einer spannenden Diskussion mit dem Publikum. So droht, dass das schöne Modell ein Nischenprodukt bleiben wird. 

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